Inhalt: Checkliste für den Welpenkauf

 

Mischling

Beim Züchter

1. Der Züchter sollte Ihnen sympathisch sein und geduldig alle Ihre Fragen ohne Ausflüchte beantworten.
Ein guter Züchter kann Sie ausführlich über sämtliche rassespezifische Eigenschaften informieren und hilft Ihnen auch bei der Auswahl des geeigneten Welpen aus dem Wurf. Denn ein Züchter sollte seine Welpen und ihr individuelles Verhalten kennen.

2. Die Zuchtstätte sollte einen gepflegten und einladenden Eindruck machen, mit viel oder direktem Anschluss an den Alltag des Züchters und dessen Familie.
Der Züchter sollte bereit sein, Ihnen alles zu zeigen, denn ein seriöser Züchter hat nichts zu verbergen. Es sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, die Welpen mehrmals vor der Abgabe besuchen können. Denn der Züchter sollte auch Interesse daran haben Sie kennen zu lernen. Schließlich sollte ihm am Herzen liegen, dass seine Welpen in gute Hände kommen. Deshalb wird er Ihnen auch einige Fragen stellen.

3. Informationen zum Zuchtverband, unter dem die Zucht läuft, sollten ohne Umschweife vom Züchter mitgeteilt werden.

4. Die Elterntiere, sollten eine gepflegten und aufgeschlossenen Eindruck machen, sowie erkennbar fest in ihrem Wesen sein, keine ungewöhnlichen Aggressionen oder Angst zeigen.
Meist ist nur die Mutter vor Ort. Informationen zum Vater sollten aber lückenlos vorliegen und ggf. die Kontaktaufnahme zu den Haltern ermöglicht werden, damit auch der Vater begutachtet werden kann.

 

5. Die Welpen sollten einen gesunden, munteren und gepflegten Eindruck machen. Der Züchter sollte die Welpen bereits an ein Halsband oder Geschirr gewöhnt haben und sie sollten verschiedene alltägliche Geräusche (z.B. Staubsauger) kennen. Auch das Autofahren sollte ein Welpe schon kennengelernt haben.

6. Der Züchter sollte Ihnen auch weitere seiner Tiere zeigen können, mit denen er nicht mehr züchtet oder die aktuell keine Würfe haben und Ihnen sämtliche Fragen dazu beantworten.

 

Aus dem Tierheim / von einer Tierschutzorganisation

1. Die Ansprechpartner sollten Ihnen sympathisch sein und geduldig alle Ihre Fragen ohne Ausflüchte beantworten.

2. Das Tierheim sollte einen gepflegten und einladenden Eindruck machen, die Ansprechpartner sollten nicht der Eindruck vermitteln, als wollten sie unbedingt ein Tier loswerden wollen. Es sollte Interesse an Ihnen und Ihren Lebensumständen gezeigt werden, denn den Vermittlern sollte wichtig sein, dass ihr Pflegling in ein gutes neues Zuhause vermittelt wird. Eine Platzkontrolle, also ein Besuch eines Mitarbeiters vor Ort, ist in diesem Fall eigentlich selbstverständlich und es sollte Ihnen komisch vorkommen, wenn darauf verzichtet wird.

3. Stammt das Tier für das sie sich interessieren aus dem Ausland, sollten der Hund auf alle für das Land typischen Krankheiten untersucht worden sein.

4. Sollte man Ihnen sofort ein Tier mitgeben wollen, seien sie skeptisch. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, den Hund mehrmals zu besuchen und ihn auszuführen, damit sie den Hund kennen und einschätzen lernen können.

Leider gibt es sowohl unter den Züchtern, als auch unter den Tierheimen und Tierschutzorganisationen unseriöse Menschen.
Hundehandel ist ein sehr profitables Gebiet, es existiert hier eine regelrechte Mafia.
Hündinnen werden als "Wurfmaschinen" missbraucht, leben unter den miserabelsten Bedingungen und werden nur dazu benutzt möglichst häufig und viele Welpen zu produzieren.
Die Elterntiere sind häufig vor dem Deckakt nicht untersucht worden, auch wird nicht geprüft ob Rüde und Hündin von ihrer genetischen Veranlagung her zueinander passen.
Damit ist die Gefahr von (erblich bedingten) Krankheiten erheblich höher.

Die Welpen werden meistens viel zu früh von ihrer Mutter getrennt. Damit fehlt ihnen ein wichtiger Punkt in ihrer Entwicklung, zudem sind sie auch krankheitsanfälliger

Hierbei handelt es sich zumeist um Angebote aus Kleinanzeigen, in denen für wenige hundert Euro ein Rassewelpen mit Stammbaum angeboten werden.

Aber nicht nur die Züchter, auch Tierschutzorganisationen stehen häufig in der Kritik.
Hier soll bei einigen auch der Profit im Vordergrund stehen, nicht das Wohl der Tiere

Finger weg ! wenn…

  • man nicht bereit ist Ihnen die gewünschten Informationen zu geben und nur widerwillig antwortet, ein Züchter Ihnen keine Bescheinigungen zur Zucht vorlegen kann
  • man scheinbar kein Interesse an Ihnen hat, sich nicht dafür interessiert wie der Welpe / Hund zukünftig leben wird
  • beim Züchter die Mutterhündin nicht vor Ort ist. Ein guter Züchter trennt die Mutter nicht von ihrem Wurf. Fallen Sie hier nicht auf Ausreden herein, die begründen sollen, warum das Muttertier nicht anwesend ist.
  • beim Züchter die Mutter einen grundlos ängstlichen, aggressiven Eindruck macht oder ungepflegt wirkt
  • beim Züchter die gezeigte Mutter sich nicht um die Welpen kümmert und keine erkennbar gefüllte Milchleiste hat, es könnte sein, dass es sich gar nicht um das Muttertier handelt
  • die Tiere abgeschottet in einem Keller, Schuppen oder Ähnlichem leben, ohne jeglichen Kontakt zu Menschen und alltäglichen Dingen
  • ein Züchter mehrere verschiedene Rassewelpen im Angebot hat. Verantwortungsvolle Zucht ist eine zeitraubende Aufgabe. Mehr als 2 Rassen gleichzeitig kann kein Züchter gewissenhaft versorgen und sozialisieren. Checken Sie Kleinanzeigenportale nach dem Züchter und prüfen Sie welche Angebote er laufen hat, so können Hundehändler leicht erkannt werden.
  • die Welpen / der Hund gesundheitliche Probleme auch nur vermuten lassen und keinen munteren Eindruck machen und man dazu nichts gesagt bekommt, kein seriöser Züchter / kein seriöses Tierheim gibt ein ohne ausführliche Besprechung ein krankes Tier ab!
  • der Hund / Welpe zu verschenken ist, eine Schutzgebühr und ein Schutzvertrag ist für den Züchter bzw. das Tierheim eine Art Versicherung, dass das Tier nicht leichtfertig angeschafft wird
  • wenn Ihr Gefühl nicht 100% stimmt.

  • der Züchter Ihnen nicht ausführliche Informationen über den Verband erteilen möchte, in dem er züchtet.
  • Kaufen Sie niemals einen Welpen aus Mitleid!
    Sie beenden vielleicht damit das Elend dieses einen Welpen, geben aber dem Händler somit Profit und Bedarf an Nachschub. Würden alle nur Hunde aus verantwortungsvollen Quellen kaufen, gäbe es keine Hundehändler.