Inhalt: Fertigfutter

 

Schäferhund

Fertigfutter ist die einfachste Art der Fütterung, es muss nur in den Napf gefüllt werden und der Hund ist versorgt.
Hier besteht die Auswahl zwischen fertigem Trockenfutter und Nassfutter aus der Dose.
Beiden Fütterungsarten werden positive bzw. negative Eigenschaften zugeschrieben, die nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

Trockenfutter soll z.B. Zahnstein vorbeugen weil durch die recht harten Futterkroketten ein Abrieb an den Zähnen stattfindet.
Fakt ist jedoch, dass die wenigsten Hunde die Kroketten auch wirklich zerbeißen, so dass dieser Abrieb auch stattfinden kann. Die meisten Hunde schlucken die Brocken im Ganzen und diese Wirkung ist nicht vorhanden.

Dosenfutter dagegen soll Zahnsteinbildung sogar fördern und Hunde die mit Nassfutter ernährt werden, riechen angeblich stärker.
Ob ein Nassfutter Zahnstein fördert, hängt vor allem von seiner Zusammensetzung ab. Viele Inhaltsstoffe gehören einfach nicht in ein Hundefutter.
Natürlich riecht ein Hund direkt nach einer Mahlzeit Nassfutter stärker aus dem Maul. Das ist aber nur unmittelbar nach der Fütterung und verfliegt wieder.

 

Was die Bildung von Zahnstein betrifft, so ist unabhängig von der Fütterungsart darauf zu achten, dass der Hund genügend Beschäftigung in Form von Kauen bekommt. Dies kann mit trockenen Kauartikeln geschehen oder mit speziellen Spielzeugen. Hier findet dann genau der Abrieb statt, der einer Zahnsteinbildung vorbeugt.

Bei der Auswahl eines hochwertigen Futters muss auf die Zusammensetzung geachtet werden.
Die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland lassen hier viele Spielräume zu, deshalb muss ein Hundehalter in der Lage sein, die Futtermitteldeklaration richtig zu interpretieren. Ein gutes Hundefutter sollte vor allem aus Fleisch bestehen, da Hunde überwiegend Fleischfresser sind. Dies ist aus der Zutatenliste recht einfach zu erkennen.

Deklarationen verstehen

Wie auch bei menschlicher Nahrung werden die einzelnen Zutaten nach ihrer enthaltenen Menge aufgelistet. An erster Stelle steht die Zutat, die am meisten enthalten ist und dahinter folgen in absteigender Menge alle weiteren Zutaten.
Nun wäre es eigentlich ganz einfach ein Futter mit der Hauptzutat „Fleisch“ zu finden, müsste man doch nur darauf achten, dass Fleisch an erster Stelle steht. Dies ist leider nicht immer gegeben und man muss hier noch einige Punkte beachten.

Hauptzutat Fleisch?

Um zu verdeutlichen auf was bei der Deklaration geachtet werden muss, sind im Nachfolgenden Beispiele aufgeführt. Diese Beispiele sind frei erfunden, sind aber so oder in ähnlicher Form durchaus auf Futterverpackungen zu finden.

Beispiel 1

"Zusammensetzung: Fleisch, Mais, Reis, Gerste, Zutat 5, Zutat 6, Zutat 7, ..."

Fleisch steht hier an erster Stelle, gefolgt von 3 verschiedenen Getreidesorten. In der Summe dürfte dann mehr Getreide enthalten sein als Fleisch. Nur durch die Aufteilung der verschiedenen Getreidesorten, rutscht das Fleisch auf den ersten Platz. Würde der Hersteller die 3 Getreidesorten und "Getreide" zusammenfassen, würde die Deklaration wohl eher so aussehen: "Zusammensetzung: Getreide, Fleisch,…"
Um dies genauer zu Erfahren bleibt nur eine Rückfrage beim Hersteller, der Ihnen den genauen Fleischgehalt des Futters nennen können sollte.

Löblich wäre hier einzig, dass der Hersteller einzeln deklariert welche Getreidesorten enthalten sind. Trotzdem ist ein hoher Getreideanteil im Futter für einen Hund nicht artgerecht.

Beispiel 2

"Zusammensetzung: Fleisch, Mais, Maismehl, Maiskleber,…"

Hier wurde die Zutat "Mais" noch in verschiedene Formen aufgeteilt, wohl nur mit dem Ziel, dass die Zutat Fleisch an die erste Stelle rückt. Wie beim ersten Beispiel: würden alle Zutaten, die vom Mais stammen einfach zusammen unter "Mais" aufgeführt, würde das Fleisch weiter nach hinten rücken und die Zusammensetzung würde lauten: "Mais, Fleisch,…". Dem Verbraucher wäre somit klar, dass Fleisch nicht die Hauptzutat ist.

Bei solch einer Deklaration muss davon ausgegangen werden, dass der Hersteller den Verbraucher bewusst in die Irre führen möchte.

Tierische Nebenprodukte

Tierische Nebenprodukte sind nicht grundsätzlich abzulehnen.
Diese beinhalten für den Hund auch wichtige Dinge wie z.B. Innereien. Daneben gibt es aber auch tierische Nebenprodukte, die nicht im Hundefutter enthalten sein sollten und oft nur als billige Füllstoffe dienen. Dazu gehören sämtliche Abfälle wie z.B. Federn, Hufe, Krallen.

Häufig liest man auf Futterverpackungen in der Zutatenliste „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Diese Deklaration lässt völlig offen wie sich dieser Anteil zusammensetzt. Entscheidend ist hier, dass es sich um einen Punkt der Zutatenliste handelt und das Fleisch nicht durch ein Komma von den tierischen Nebenerzeugnissen getrennt ist.
Es ist völlig unklar wie viel Fleisch und wie viel tierische Nebenerzeugnisse verwendet wurden, ebenso welche tierischen Nebenerzeugnisse enthalten sind. Im schlimmsten Fall ist nur ein schwindend geringer Fleischanteil enthalten und der Rest besteht aus billigen tierischen Nebenerzeugnissen.

Anders dagegen folgende Deklaration: Zusammensetzung: Fleisch, tierische Nebenerzeugnisse (Lunge, Pansen), …
Hier ist ganz klar (abhängig von den folgenden Zutaten!): es ist mehr Fleisch als tierische Nebenerzeugnisse enthalten, die tierischen Nebenerzeugnisse bestehen aus Lunge und Pansen.

Von welchem Tier stammt das Fleisch?

Diese Frage beantworten auch viele Futter nicht konkret.

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (60% vom Huhn),…

Bedeutet, dass 60% des Fleisches und der tierischen Nebenerzeugnisse vom Huhn stammen. Von welchem Tier der Rest stammt ist völlig unklar und kann vom Hersteller nach Belieben ausgetauscht werden.

Übrigens: laut unseren gesetzlichen Vorschriften darf sich ein Futter z.B. „mit Rind“ nennen, wenn nur 4% des Futters aus Rind bestehen. Gesetzlich erlaubte Irreführung, mit Sicherheit gehen Verbraucher eher davon aus, dass ein solches Futter hauptsächlich aus Rind besteht.