Inhalt: Pflicht für Hundetrainer: Sachkundenachweis und Genehmigung

 

Bereits im Juli 2013 ist das neue Tierschutzgesetz in Kraft getreten. Durch eine Änderung im § 11 TierSchG sind auch Hundetrainer direkt betroffen, sie müssen nämlich nun ihre Sachkunde nachweisen und benötigen darüber hinaus eine Genehmigung zum ausüben ihrer Tätigkeit.

Bisher war es so, dass jeder sich Hundetrainer nennen und unabhängig von seiner Qualifikation Hundetraining anbieten durfte. Die Qualität des Trainings und eine tatsächliche Sachkunde des Trainers waren dadurch nicht immer gegeben. Ob nun jemand qualifizierte Studien und Ausbildungen absolviert oder sein Hundewissen nur durch ein paar schlaue Bücher erlangt hatte, spielte keine Rolle, der Begriff "Hundetrainer" war in keiner Weise Regelungen unterworfen. Dies hat sich nun durch die Neufassung des Tierschutzgesetzes geändert.

 

Der neue § 11 des TierSchG lautet nun:

"Wer gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde."

Dadurch wird also jeder Hundetrainer, der für seine Dienstleistung eine Gebühr erhebt und somit gewerbsmäßig arbeitet verpflichtet, für seine Tätigkeit eine Genehmigung beim zuständigen Veterinäramt einzuholen.
Da es eine Vielzahl an Ausbildungsangeboten zum Hundetrainer gibt, die keinen konkreten Vorschriften unterliegen, wie z.B. bestimmte Ausbildungsinhalte oder Prüfungsnormen, erteilen die Veterinärämter diese Genehmigung nur nachdem der Antragsteller seine Sachkunde nachgewiesen hat. Aus den oben genannten Gründen genügt hierzu nicht immer ein Zertifikat über die abgeschlossene Trainerausbildung. Der Hundetrainer muss u.U. eine Prüfung ablegen, mit der er sein Fachwissen nachweisen kann und die Genehmigung erteilt bekommt. Dieser sog. Sachkundenachweis wurde von einer Arbeitsgruppe der Bundesländer Bayern, Rheinland Pfalz, Saarland, Nordrhein Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen und Baden-Württemberg entwickelt.

In dieser Prüfung sollen unter anderem die folgenden Dinge abgefragt werden:

• Grundlagen der Verhaltensbiologie, Rasseunterschiede, Verhaltensentwicklung
• Ausdrucksverhalten von Hunden, Kommunikation zwischen Hunden und Artgenossen sowie Menschen
• Rechtliche Themen der Hundeausbildung
• Problemverhalten allgemein, deren Ursachen und Entstehung, Angst- und Stress bei Hunden
• medizinisches Basiswissen
• tierschutzgerechte Ausbildung, Hilfsmittel in der Ausbildung
• Trainingsgestaltung

 

Mit dieser Neuregelung sollen im Bereich des Hundetrainings neue Maßstäbe eingeleitet werden. Auch wenn es nach wie vor vielzählige unterschiedliche Möglichkeiten geben wird eine solche Ausbildung zu absolvieren, so ist durch den Sachkundenachweis zumindest ein Mindeststandard an Fachwissen gesichert. Falsches und unqualifiziertes Hundetraining kann nämlich aus einem kleinen Problemchen ein handfestes Problem werden lassen, unqualifizierte Anleitung beim Hundetraining kann durchaus gefährlich sein.
Daneben muss beim Antrag auf eine solche Genehmigung auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden.

 

Zwar gilt die Genehmigungspflicht nun seit dem 1. August 2014 für alle gewerbsmäßigen Hundetrainer, die Umsetzung geht aber nur schleppend voran.
Es existiert in manchen Bundesländern noch kein Verfahren für die Erteilung dieser Erlaubnis, Veterinärämter können die Anträge also unter Umständen gar nicht bearbeiten. Viele Hundetrainer wurden zwar bereits vom zuständigen Veterinäramt angeschrieben und zum Antrag der Erlaubnis aufgefordert, erteilt wurden vielerorts bisher aber noch keine Genehmigungen, da der Ablauf des Sachkundenachweises noch nicht konkret geklärt ist.
Daneben gibt es aber auch immer noch genügend Hundetrainer, die von der neuen Erlaubnispflicht noch nichts erfahren haben.

Es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickeln wird. Die Gesetzesänderung ist ganz klar ein Schritt in die richtige Richtung, nur muss nun noch eine reibungslose Umsetzung möglich werden.

Von dieser Neuregelung sind übrigens nicht nur Hundetrainer, sondern auch gewerbsmäßige Züchter, Tierschutzorganisationen und Tierheime und Tierpensionen betroffen. Auch diese benötigen künftig zur Ausübung ihrer Tätigkeit eine Genehmigung. Wer ohne die Erlaubnis einer solchen Tätigkeit nachgeht, macht sich strafbar und kann mit einem Bußgeld belegt werden.