Inhalt: Magendrehung

 

Hund

Eine Magendrehung ist unter Hundehaltern sehr gefürchtet, da es sich dabei um eine für den Hund lebensbedrohliche Situation handelt.
Es ist daher wichtig, dass Hundehalter die Anzeichen und Symptome einer Magendrehung erkennen damit der Hund auf dem schnellsten Weg einem Tierarzt vorgestellt werden kann.
Eine vermutete Magendrehung ist IMMER ein Notfall und Sie sollten beim Verdacht auf eine Magendrehung auf dem schnellsten Weg einen Tierarzt aufsuchen, auch bei Nacht oder am Wochenende (Tierklinik mit 24 Stunden Notdienst, notdiensthabender Tierarzt).

 

Was ist eine Magendrehung?

Bei einer Magendrehung verlagert sich der Magenausgang unter den Magen. Dies passiert meist von der rechten auf die linke Seite, sehr selten umgekehrt. Dadurch werden der Magenausgang (Darm) und auch der Mageneingang (Speiseröhre) abgedrückt.
Die Gase, welche bei der Verdauung entstehen, können dann nicht mehr entweichen und im Magen kommt es zu einer Aufgasung.
Diese Aufgasung verursacht eine Kompression von Blutgefäßen, Nervensträngen und auch dem Zwerchfell. Diese Minderversorgung der Organe führt zu Sauerstoffmangel aller Organe, welchem ein Kreislaufschock folgt. Ohne Operation kann der Tod nicht verhindert werden. Häufig tritt eine Magendrehung am Abend bzw. in der Nacht auf.

 

 

Welche Ursachen hat eine Magendrehung?

Die Ursachen einer Magendrehung sind bisher noch nicht genau geklärt. Sie tritt besonders bei großen Hunden mit tiefer und breiter Brust auf (z.B. Dogge, Schäferhund), bei kleinen Hunden kommt es nicht zu einer Magendrehung.

Lange galt der Grundsatz, dass ein Hund nach dem Fressen zunächst ruhen soll bevor er herumtollt. Es wurde angenommen, dass ein gefüllter Magen bei übermäßiger Bewegung des Hundes leichter "dreht".
Von dieser These rückt man inzwischen immer mehr ab, da Studien zufolge ruhige Hunde häufiger von Magendrehungen betroffen sind als sehr bewegungsfreudige Artgenossen. Auch gab es Fälle bei Hunden, die mit leerem Magen eine Magendrehung erlitten, was diese Annahme ebenfalls entkräftet.

Hier und da wird auch die Fütterung von Trockenfutter unter Verdacht gestellt. Denn durch die Verdauung von Trockenfuttern kommt es zu einer größeren Aufgasung im Magen, die eine Magendrehung begünstigen könnte.
Keine der vermeintlichen Ursachen ist jedoch wirklich belegt. Der Hundehalter muss also wachsam sein, da es keine wirklichen vorbeugenden Maßnahmen gibt.

 

Hund

Welche Symptome zeigen sich bei einer Magendrehung?

Erstes Anzeichen einer Magendrehung ist häufig Unruhe und aufeinanderfolgenden versuchen zu Erbrechen, was aber erfolglos bleibt. Es wird meist nur gelblicher Schleim ausgeworfen.
Viele Hunde sitzen dann auch verstärkt und versuchen Kot abzusetzen. Hecheln, vermehrter Speichelfluss und blasse Schleimhäute gehören ebenfalls zu den typischen Symptomen. Manche Hunde laufen nur noch mit gekrümmtem Rücken (Buckel) und eingezogenem Bauch und zeigen somit ihren Schmerz.
Sollte der Hund trinken, wird er das Wasser recht schnell wieder erbrechen, da der Zugang zum Magen abgedrückt ist.

Wie schnell sich der Gesamtzustand weiter verschlechtert ist unterschiedlich, der Zeitraum liegt ungefähr zwischen 1-3 Stunden. Dann beginnt der Baum langsam immer dicker und praller zu werden, die Aufgasung beginnt. In diesem Stadium wird aus der Unruhe eine Apathie, der Hund wird zunehmend schlapper und teilnahmeloser, ein Schockzustand beginnt.

 

Wie wird eine Magendrehung diagnostiziert?

Besteht bei einem Hund der Verdacht auf eine Magendrehung, wird der Tierarzt eine Röntgenaufnahme des vorderen Bauchraumes erstellen. Wichtig ist hierbei, dass der Hund auf der rechten Körperseite liegend geröntgt wird. Denn nur so kann die bei einer Magendrehung typische Faltenbildung im oberen Bereich des Magens erkannt werden. Sollte Faltenbildung erkennbar sein wird sofort ein Dauervenenkatheter gelegt und ein hochdosiertes Antibiotika sowie Kortison verabreicht.

Falls der Magen sehr stark aufgebläht ist, besteht die Möglichkeit dem noch nicht narkotisierten Patienten den Magen zu punktieren um die Gase abzulassen. Dadurch findet eine Druckentlastung statt, der Blutkreislauf kann wieder besser arbeiten und die Gefahr von Folgeschäden wird so gemindert.
Diese Punktion ist für den Hund kaum schmerzhaft, da er sich durch die Magendrehung im Schockzustand befindet und die Magendrehung ohnehin die größten Schmerzen verursacht.

Der Hund sollte nun schnellst möglich in Narkose gelegt werden damit die Operation beginnen kann.
Bei dieser Operation wird der Magen in seine ursprüngliche Position zurück gedreht und leer gespült. Auch wird die Magenwand untersucht um abgestorbene Bereiche zu entdecken, die dann eingenäht werden können.
Sollte sich die Milz mitgedreht haben müssen die Milzgefäße auf ihre Unversehrtheit überprüft werden. Ansonsten muss die Milz entfernt werden, da sich sonst für den Hund ein lebensbedrohlicher Zustand einstellen kann.

Bevor der Bauchraum wieder verschlossen wird, muss der Magen angenäht werden. Diese Maßnahme ist zwingend erforderlich, denn ist einmal eine Magendrehung aufgetreten, besteht große Gefahr einer Wiederholung (ca. 80%!).

 

 

Wie ist die Prognose?

Je früher ein Hund mit einer Magendrehung operiert wird umso größer sind die Überlebenschancen, denn je länger eine Magendrehung besteht umso größer werden die Schäden an der Magenwand.
Manchmal kann es nach der Operation zu Herzrhythmusstörungen kommen, welche durch eine Herzmuskelschädigung entstehen. In den meisten Fällen ist diese Komplikation aber gut therapierbar.

 

Wie kann einer Magendrehung vorgebeugt werden?

Da die Ursachen einer Magendrehung nicht eindeutig bekannt sind gibt es keine wirklichen Maßnahmen vorzubeugen.
Allerdings gibt es einige Risikofaktoren, welche mehr oder weniger belegt sind:

  • Sehr große Rassen (Riesenrassen) sind deutlich häufiger betroffen als andere Hunde. Die Deutsche Dogge und der Deutsche Schäferhund führen verschiedenen Statistiken zu Magendrehungen stets an.

  • Je älter ein Hund ist, umso größer ist das Risiko. Denn im Alter wird das Bindegewebe schwächer, was eine Magendrehung begünstigt.

  • Sollte bei den Verwandten des Hundes schon einmal eine Magendrehung aufgetreten sein, so ist das Risiko für einen Hund erheblich höher.

  • Magen-Darmentzündungen und Verdauungsstörungen können eine Magendrehung begünstigen.

  • Verschiedene Statistiken zeigten, dass viele der betroffenen Hunde mit Trockenfutter ernährt werden.

  • Hunde, die ihr Futter sehr schnell fressen (schlingen) werden manchmal als gefährdeter eingestuft.
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    Auch wenn es keine eindeutigen Belege für die Ursachen gibt, kann es nicht schaden durch vorbeugende Maßnahmen das Risiko einer Magendrehung zu verringern:

  • Lassen Sie ihren Hund nach dem Fressen ruhen.

  • Füttern sie abwechslungsreich.

  • Bringen Sie Ihren Hund dazu langsam zu fressen

  • Gönnen Sie Ihrem Hund bei Magen-Darm-Erkrankungen besonders Ruhe

  • Nicht eine große Portion täglich füttern, sondern lieber mehrere kleine Portionen. Besonders bei zur Magendrehung neigenden Rassen.