Inhalt: Narkose beim Hund

 

Tierarzt Wenn ein Tier für einen operativen Eingriff eine Narkose erhalten muss, stellen sich dem Hundehalter viele Fragen, denn jede Narkose ist mit einem gewissen Risiko verbunden.

Das Risiko ergibt sich unter anderem durch das Alter, den gesamten körperlichen Zustand, eventuell vorliegende Erkrankungen und natürlich von der Narkoseart.
Durch Untersuchungen im Vorfeld und auch durch die Auswahl der schonendsten Narkoseart für den jeweiligen Eingriff, wird das Narkoserisiko jedoch so gering wie möglich gehalten.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Narkoseverfahren und die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Grundsätzlich stehen zwei verschiedene Narkoseverfahren zur Auswahl: die Injektionsnarkose und die Inhalationsnarkose.
Welches Verfahren gewählt wird entscheiden die Art des geplanten operativen Eingriffs und auch der mögliche Kostenrahmen.

 

 

Injektionsnarkose

Wie der Begriff schon beschreibt wird hier das Narkosemittel injiziert. Üblich ist es hierfür einen Dauerkatheter in die Vene zu legen über den das Narkosemittel gespritzt und bei Bedarf nachdosiert wird. In manchen Fällen wird das Narkosemittel auch direkt in die Vene oder den Muskel gespritzt.
Diese Narkoseform eignet sich für wenig schmerzhafte und kurze Eingriffe.

Die Wirkung dieser Narkose setzt etwa 15 Minuten nach der Injektion ein und hält für 30-60 Minuten an. Der komplette Aufwachvorgang kann mehrere Stunden dauern, in dieser Zeit ist das Tier häufig recht orientierungslos und torkelt herum.

Vorteil der Injektionsnarkose sind die verhältnismäßig geringen Kosten, da der Aufwand mit Überwachungsapparaten (Monitoring) und auch der personelle Aufwand sehr gering sind.

Nachteile der Injektionsnarkose sind folgende

  • Je tiefer die Narkose ist umso stärker wird die Atmung des Tieres verlangsamt. Somit werden die Organe während der Narkose nicht genügend mit Sauerstoff versorgt, was vor allem bei vorgeschädigten Hunden zu Spätfolgen führen kann.

  • Bei dieser Form der Narkose ist die Tiefe nicht optimal steuerbar, auch die Änderung des Anästhesiestadiums ist nur mit recht langer zeitlicher Verzögerung möglich, so dass auch Zwischenfälle nur schlecht reagiert werden kann.
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    Tierarzt

    Inhalationsnarkose

    Die Inhalationsnarkose ist für längere und schmerzhaftere Eingriffe die optimale Lösung.
    Die Vorgänge bei dieser Narkoseart sind wesentlich aufwändiger als bei der Injektionsnarkose, dafür aber auch sicherer und schonender für den Hund.

    Zunächst wird dem Hund auch ein Dauerkatheter in die Vene gelegt. Darüber werden Schmerzmittel und eine Ultrakurznarkose gespritzt die etwa nur 5 Minuten anhält. Sobald diese Narkose wirkt, wird der Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre des Hundes geschoben. Über diesen Schlauch erhält das Tier sowohl Sauerstoff als auch das Narkosegas.

    Der Hund wird während des kompletten Eingriffs maschinell überwacht.
    Häufig wird auch eine maschinelle Beatmung durchgeführt, so erreicht man eine optimale Sauerstoffversorgung und eine sehr stabile Narkose.

     

     

    Vorteile der Inhalationsnarkose

  • Das Tier schläft sehr schnell ein und wird auch schnell wieder wach, ein stundenlanger Aufwachprozess ist nicht vorhanden, die meisten Tier können 60 Minuten nach der Narkose schon wieder problemlos laufen.

  • Auch wenn die Narkose sehr tief sein muss, ist eine vollständige und ausreichende Versorgung sämtlicher Organe mit Sauerstoff gewährleistet.

  • Der gesamte Narkoseprozess wirkt sich sehr wenig auf den Kreislauf aus und ist damit äußerst schonend.

  • Das Narkosemittel wird nicht über die Organe abgebaut sondern ausschließlich über den Atem abgebaut, dadurch ist diese Narkoseform sehr viel schonender für das Tier.

  • Die Narkosetiefe kann sehr schnell angepasst / verändert werden, da das Narkosemittel sehr schnell durch den Atem abgebaut wird. Bei unvorhergesehenen Zwischenfällen kann der Tierarzt also rascher reagieren und notfalls die Narkose sehr schnell komplett abbrechen.

  • Während der gesamten Narkose werden die Vitalfunktionen des Hundes überwacht (Monitoring). Ein EKG kontrolliert die Herzfunktion (elektrische Herzleistung), die Sauerstoffsättigung im Blut (digitaler Pulsoxymeter) und die Kohlendioxidkonzentration in der ausgeatmeten Luft (Kapnometer), die Pulsleistung (mechanische Herzleistung) werden gemessen, sowie durchgehend die Atemfunktion (Atemmonitor) überwacht. Mit einem Blutdruckgerät wird der Blutdruck gemessen, zusätzlich liegt das Tier auf einer Wärmematte um eine Unterkühlung zu vermeiden. Bei Über- bzw. Unterschreitung der voreingestellten Normwerte wird von den Apparaten ein Alarm ausgelöst. So kann sofort reagiert werden bevor ein wirklich kritischer Zwischenfall auftritt und die Narkosesicherheit ist damit auf dem absoluten Maximum.

  • Der große Nachteil der Inhalationsnarkose sind die deutlich höheren Kosten. Es ist deutlich mehr personeller Aufwand und auch apparativer Aufwand nötig als bei einer Injektionsnarkose. Dadurch entstehen höhere Kosten.

    Welche Narkoseform bei Ihrem Hund in Frage kommt, besprechen Sie bitte mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens.