Inhalt: Wichtige Gedanken!

 

Bernersennenhund

Die Anschaffung eines Hundes will wohlüberlegt sein!

Leider machen sich zu viele Menschen im Vorfeld zu wenige Gedanken was die Haltung eines Hundes wirklich bedeutet.
Nicht wenige Hundehalter stehen deshalb früher oder später vor vermeintlich unlösbaren Problemen mit ihrem Hund. Andere erkennen erst hinterher wirklich, welchen Zeitaufwand ein Hund benötigt.

Die Folge ist nicht selten ein frustrierter Hundehaltern und weiter die Abgabe ins Tierheim oder der Hund fristet sein Dasein als Zwinger- oder Hofhund - wo er kaum noch "Schaden" anrichten kann.

Damit der Alltag mit dem Hund von Anfang an Freude bereitet, gibt es einige wichtige Punkte, die schon weit vor der Anschaffung eines Hundes geklärt bzw. durchdacht sein müssen.

Die folgende Liste soll Sie jedoch keinesfalls von dem Wunsch abbringen einen Hund bei sich aufzunehmen! Jedoch gibt es einige Grundvoraussetzungen, über die sich jeder klar werden sollte.
Lesen Sie die nachfolgenden Punkte aufmerksam durch und beantworten sie die Fragen mit absoluter Ehrlichkeit.

Nur nach reiflicher Überlegung können Sie in ein glückliches und zufriedenes Zusammenleben mit einem Hund starten - oder Sie müssen sich vielleicht auch eingestehen, dass ein Hund nicht das geeignete Haustier für Sie ist.

 

1. Bin ich bereit mich die nächsten 15 Jahre um meinen Hund zu kümmern? Passt dies in meine weitere Lebensplanung?

Ein Hund kann je nach Rasse und Gesundheitszustand 15 Jahre oder sogar älter werden. In dieser Zeit ist der Hundehalter für das Tier verantwortlich. Es wird in dieser Zeit immer mal wieder Phasen geben, in denen Organisation gefragt ist um dem Hund gerecht zu werden.
Trotz einer gewissen Planung können immer Dinge eintreten, die nicht absehbar sind. Bin ich bereit diese neuen Umstände dann auf die Bedürfnisse meines Hundes anzupassen?

 

2. Wie steht meine Familie zum Hundewunsch? Wie werden die Aufgaben rund um den Hund verteilt?

Grundsätzlich sollte die gesamte Familie mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden sein. Natürlich wird kaum ein Kind dagegen sein, wenn die Eltern die Anschaffung eines Haustieres planen. Die Erwachsenen müssen sich deshalb klar darüber sein, dass die Hauptverantwortung und meiste Arbeit immer an Ihnen hängen wird. Kinder können selbstverständlich hervorragend in den Alltag des Hundes integriert werden. Hier ist aber das Alter der Kinder zu berücksichtigen. Die Aufgabenverteilung innerhalb der Familie sollte schon vorab gründlich besprochen werden.

 

3. Die laufenden Kosten sind gut kalkulierbar, unvorhergesehene Kosten (z.B. wegen Krankheit) können jedoch immer dazu kommen. Bin ich bereit und in der Lage diese zu tragen?

Es gibt eine Reihe von laufenden Kosten, die bei der Hundehaltung anfallen. Diese beinhalten die Fütterung, die Hundesteuer, Versicherungen und planbare Tierarztbesuche zur Impfung. Für diese Posten müssen je nach Größe eines Hundes ca. 50-100 € monatlich verschlagt werden.
Wird der Hund krank oder benötigt aus anderen Gründen tierärztliche Versorgung, kann dies auch bei kleineren Erkrankungen schnell mehrere hundert Euro kosten. Daneben dürfen die Kosten für die Anschaffung des Tieres nicht vergessen werden, sowie die Ausstattung, die benötigt wird.
Auch die Kosten für eine Hundeschule bzw. Vereinsmitgliedschaft für die Erziehung des Hundes sollten einkalkuliert werden.

 

Hund

4. Lässt Ihr Alltag es zu, die nötige Zeit für den Hund aufzubringen? Ist die Verpflegung des Hundes für alle Eventualitäten sichergestellt?

Hunde brauchen Zeit.
Ein Hund sollte mindestens 3 Mal täglich ausgeführt werden. Dabei reicht es nicht, den Hund kurz auf dem nächsten Grünstreifen sein Geschäft erledigen zu lassen. Ein Hund muss seine Umgebung erkunden dürfen, braucht Kontakt zu Artgenossen und körperliche Auslastung. Diese kann je nach Rasse, Größe, Alter und Charakter des Hundes variieren. Es sollten allerdings mindestens 2 Stunden täglich dafür eingeplant werden, in denen Sie mit dem Hund spazieren gehen. Im Sommer und im Winter, bei Hitze und Kälte, bei Sonnenschein und Regen.
Neben der körperlichen Auslastung muss auch für geistige Auslastung gesorgt werden. Diese sollte zur jeweiligen Rasse und auch den Interessen des Hundes passen.
Bei berufstätigen Menschen sollte sichergestellt sein, dass der erwachsene Hund täglich maximal 6 Stunden allein verbringen muss. Hierbei ist zu beachten, dass das Alleinsein mit dem Hund trainiert werden muss, die wenigsten Hunde bleiben von Anfang an brav und still zurück, wenn ihre Familie sie allein lässt.
Ein Welpe kann die erste Zeit nur für kurze Zeiträume allein gelassen werden und braucht natürlich viel mehr Aufmerksamkeit als der erwachsene Hund.
Auch der Zeitaufwand für das Training des Grundhorsams darf nicht vergessen werden. Dies kann natürlich in die täglichen Spaziergänge integriert werden, es empfiehlt sich aber gerade in der Anfangszeit im Hundeverein oder in einer Hundeschule mit dem Hund zu trainieren. Meist finden diese Trainings 1-2 Mal wöchentlich für jeweils 1-2 Stunden statt.

 

5. Hunde machen Dreck und Schmutz! Sind Sie bereit diese Tatsache zu akzeptieren?

Ein Hund verliert in der Wohnung Haare, vertropft eventuell Speichel auf dem Boden und schleppt von draußen jede Menge Schmutz hinein. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand im Haushalt. Es kann durchaus notwendig sein, täglich den Staubsauger zu benutzen und häufiger feucht aufzuwischen.
Trotz erhöhter Putzmaßnahmen, wird es in aller Regel aber immer bemerkbar sein, dass in Ihrer Wohnung ein Hund gehalten wird.
Selbstverständlich kann eine Wohnung, in der ein Hund gehalten wird, auch sauber sein. Allerdings sollte man nicht zu pingelig sein, gerade während des Fellwechsels zum Sommer/Winterfell verliert ein Hund meist so viele Haare, das trotz aller Bemühungen immer wieder Hundehaare zu finden sind.
Ein nasser Hund, sei es durch regen oder weil er gerne schwimmt, wird zudem auch mal die Luft in der Wohnung unangenehm beeinflussen.

 

6. Urlaub und Hund – haben Sie schon darüber nachgedacht?

Auch Hundehalter haben natürlich den Wunsch schöne Urlaubstage zu verbringen. Hier stehen einige Möglichkeiten offen, die aber im Vorfeld überlegt sein sollten.
Klar sollte sein, dass ein Hund keinesfalls alleine zu Hause bleiben kann wie etwa einen Katze oder ein Kleintier, das während der Abwesenheit der Besitzer einfach von Nachbarn oder Freunden gefüttert wird.
Ein Hund muss entweder mit seiner Familie in den Urlaub fahren oder für die Dauer des Urlaubs untergebracht werden.

 

7. Die Wohnsituation: Darf ich überhaupt einen Hund halten? Ist meine Umgebung für das Halten eines Hundes geeignet?

Es sollte selbstverständlich sein, sich vorab zu informieren, ob Hundehaltung bei Ihnen erlaubt ist. Wenige Probleme hat man hier im eigenen Haus, hier können sie frei entscheiden. Wer allerdings zur Miete wohnt, muss seinen Mietvertrag prüfen und ggf. mit dem Vermieter eine Vereinbarung treffen. Auch Eigentümer von einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus sollten prüfen was die Eigentümerversammlung festgelegt hat.
Es empfiehlt sich jedoch immer, vorab den Vermieter und die Mitbewohner darüber zu informieren, dass Sie die Anschaffung eines Hundes planen.
Ist das geklärt, sollten Sie sich die Frage stellen ob Ihre Umgebung hundegerecht ist. Es spricht natürlich grundsätzlich nichts gegen eine Hundehaltung in der Stadt, dann muss diese aber geplant sein. Ein Hund ist nicht zufrieden, wenn er an einem Baum, der zufällig aus dem Asphalt heraus ragt, sein Beinchen heben kann. Sollte es in der Nähe keine Grünflächen oder Parks geben, in denen Hunde ausgeführt werden dürfen, sollten Stadtmenschen also in ihrer Planung einkalkulieren, dass für die täglichen Ausläufe eine Autofahrt ins Grüne nötig ist.
Menschen, die eher ländlich wohnen, werden hier weniger Probleme haben.

 

8. Auch ein Hund wird alt. Sind Sie bereit diese Herausforderung anzunehmen?

Wie wir Menschen auch, wird der Hund sich im Alter verändern. Aus einem agilen Wegbegleiter kann ein träger Freund werden, dem wenig Auslauf reicht und der seine Zeit am liebsten faul im Körbchen verbringt.
Hunde können im Alter auch senil werden, blind oder taub. Dies erfordert dann eine gesteigerte Fürsorge.
Auch Krankheiten nehmen mit steigendem Alter zu. Verschließerscheinungen an Knochen und Gelenken können regelmäßige tierärztliche Versorgung und die Dauerhafte Gabe von Medikamenten erfordern.
Dies kann eine große Belastung für den Halter werden, schließlich möchte man ungern seinem treuen Freund und jahrelangem Begleiter dabei zusehen, wie er altert, altersbedingte Beschwerden ertragen muss und schließlich von uns geht.
Dies gehört aber zur Hundehaltung, wie alle anderen Phasen auch. Darüber muss sich jeder bewußt sein.